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Augmented Reality (AR) verändert die Modeindustrie

11.07.2019
Augmented Reality Anwendungen sowie Plug-and-Play Lösungen sind in der Modebranche auf dem Vormarsch. Wir zeigen Ihnen Beispiele, wie durch Augmented Reality-basiertes Einkaufen die Modebranche stark verändert wird.

Obwohl man die Modebranche nicht als Early Adopter bezeichnen kann, schaffen es mehr und mehr technologische Innovation, die Milliarden Euro schwere Industrie zu erobern. Besonders eine Technologie ist auf dem Vormarsch und scheint das gesamte Modegeschäft zu revolutionieren: Augmented Reality (AR).

Seit einigen Jahren kann man beobachten, wie die Anziehungskraft von Augmented Reality (AR) das Geschäftsmodell der Modebranche, insbesondere im Einzelhandel und vor allem in den USA und den großen europäischen und asiatischen Modemetropolen, verändert hat. Innovative Brands haben in ihre Stores investiert und Echtzeit-Umgebung mit animierten virtuellen Designelementen zusammengeführt. Diese Veränderung, gibt den Kunden die Möglichkeit, nahtlos mit der Marke zu interagieren, so wie es bisher nicht möglich war.

Bsp. AR-Anwendung in einem Adidas - Store

via GIPHY

 

Es sieht so aus, als ob AR-gesteuertes Einkaufen der Weg der Zukunft sein könnte. Neuste Studien aus den USA (Quelle: Vertebrae) belegen, obwohl bisher nur 20 Prozent der amerikanischen Verbraucher AR-gesteuertes Einkaufen erlebt haben, bevorzugen jedoch drei Viertel der Kunden in den USA Augmented-Reality-Erlebnisse gegenüber typischen Videoinhalten für Shopping, Gaming und Unterhaltung während ihres Kauferlebnisses. Die Mehrheit der Kunden zieht es sogar vor, sich von AR-Technologien, bei ihren Kaufentscheidungen unterstützen zu lassen.


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Obwohl AR den Modemarken und Einzelhändlern die Möglichkeit gibt, maßgeschneiderte Marken-Erlebnisse für ihre Kunden zu erschaffen, war jedoch die Akzeptanz der Technologie bei den Betreibern bisher weniger ausgeprägt. Mag sein, dass dies mehr mit der Verfügbarkeit der Technologie (Kosten für individuellen Content in den Stores, Kosten für verfügbare Devices vor Ort, Kosten für stabiles Wifi, etc.) als mit mangelndem Interesse zu tun hat. Trotzdem ist es bereits abzusehen, dass die Akzeptanz dieser Technologie bei den Betreibern beständig steigt. Ein wenig mehr Benutzerfreundlichkeit und Kosteneffizienz wird den Einsatz von Online- als auch die Offline-Inhalten schnell ansteigen lassen.

Ein normales AR-Erlebnis zu erschaffen ist nicht besonders schwer. Doch Inhalten zu produzieren, die wirklich effektiv den Umsatz steigern und somit nachhaltig den ROI verbessern, bedarf deutlich innovativerer Konzepte. Hier lohnt wieder ein Blick über den Tellerrand. Zu den Pionieren von AR gehören Unternehmen wie GAP Inc., dem größten amerikanischen Bekleidungseinzelhändler, die einen AR-Bereich in Form eines Dressing Room entwickelten. Mit einem Google Tango-fähigen Gerät und einer speziellen App ermöglichte man Nutzern einen Avatar an ihren Körpertyp anzupassen. Die Technologie, die zugunsten ARCore eingestellt wurde, bot GAP-Kunden damit die Möglichkeit, verschiedene Kleidungsstücke virtuell anzuprobieren und zu sehen, wie diese aus verschiedenen Blickwinkeln auf sie wirkten, bevor sie sich für den Kauf der Kleidung entschieden. Den Kauf konnte man direkt aus der App heraus tätigen. Dieses Erlebnis ermöglichte GAP, seinen Kunden ein nahtloses Einkaufserlebnis anzubieten und gleichzeitig den Umsatz zu steigern. Einen klaren Gewinn für beide Seiten. 

Ein weiteres Beispiel ist die französische Kosmetikkette Sephora vom Luxuskonglomerat LVMH. Diese entwickelten einen Virtual Artist in Zusammenarbeit mit ModiFace. Die App, die angeblich über 10 Millionen Mal heruntergeladen wurde, gab ihren Kunden die Möglichkeit, verschiedene Make-up-Farbtöne und Kombinationen mit ihrer Frontkamera auf ihrem Handy auszuprobieren. Als eine der ersten AR-Apps, war der Erfolg der App nicht nur revolutionär, sondern trug auch zur Umsatzsteigerung des Unternehmens bei.

 

Neben den großen Unternehmen gibt auch einige kleinere US Unternehmen, wie Wanna Kicks (siehe Video) und Tenth Street Hat (AR-Case), die in AR investiert haben. Sie nutzten die AR-Technologie, um ihren Kunden die Möglichkeit zu geben, vor dem Kauf zu sehen, wie Accessoires aussehen würden. Laut Vertebrae stiegen durch die Investition in AR-Funktionen die Konversionsraten der Unternehmen um ein Drittel. Das unterstreicht das Potenzial, welche AR-Lösungen sowohl kleinen als auch größeren Unternehmen in der Modebranche bieten können.

Neben reinen Einzel-AR-Anwendungen sind auch Plug-and-Play-Anwendungen für die breite Käuferschaft auf dem Vormarsch. Das kanadische Unternehmen NexTech AR Solutions Inc. hat ein Try-It-On AR-Erlebnis auf den Markt gebracht, das wegweisend sein könnte, wenn es um Plug-and-Play für die breite Käuferschicht geht. Das Unternehmen hat vor kurzem eine webfähige AR-E-Commerce-Plattform zum Patent angemeldet, die es Modemarken und Einzelretailern ermöglicht, ihren Kunden ein realistisches Erlebnis zu bieten. Diese Technologie unterstützt Verbraucher bei ihren Kaufentscheidungen und zeigt wie Accessoires, z.B. Brillen, Kopfbedeckungen oder Schmuck am Verbraucher direkt aussehen.


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Die NexTech Plattform soll vor allem kleine Unternehmen unterstützen, die nicht über das Budget oder Know-how für AR verfügen. Damit soll einer der wichtigsten Kritikpunkte, die im Online-Handel für einen Verbraucher bestehen, gelöst werden: die Unfähigkeit, etwas anzuprobieren, bevor man es kauft. Dies könnte auch viele unnötige Retouren, die für den Einzelhandel sehr kostspielig sind, verringern. Mit Hilfe der Try-It-On AR-Technologie von NexTech bietet das Unternehmen dem Einzelhändlern die Möglichkeit, ihren Kunden eine/n virtuelle Umkleidekabine / Showroom anzubieten. Die webbasierte Lösung kann mit wenigen Zeilen in den Code eine bestehenden E-Commerce-Website eingebettet und integriert werden. 

Einfache Lösungen braucht der Markt. Ähnlich den Baukasten-Lösungen bei Websites sind nun weltweit Lösungen auf dem Vormarsch, die es Marken und Einzelhändlern ermöglichen sich auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren, statt teure Investitionen in Anwendungslösungen oder die Entwicklung eigener AR-Technologie zu tätigen. 

 

TG / Bildquellen: Pexels.com (Titel), Videos: YouTube

 

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